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03.02.2018 14:57 Alter: 257 days
Kategorie: Blog 2018

Tiefenschärfe


Welchen Einfluss hat der Abbildungsmaßstab auf die Tiefenschärfe (und ja, ich weiß, es gibt auch die Fraktion "Schärfentiefe" - ich lasse beides gelten)? Und wie kann ich mir die Erkenntnis der Antwort auf diese Frage zunutze machen, wenn ich einmal vor dem Problem stehe, zu wenig Tiefenschärfe im Bild zu haben? Am Beispiel einiger Spielfiguren habe ich einmal aufgezeigt, wie sich die Schärfe im Bild in Abhängigkeit zum Abbildungsmaßstab verändert. Für das erste Bild wurden die Figuren mit 150mm bei Blende 2,8 formatfüllend auf Vollformat aufgenommen. Die Scharfeinstellung erfolgte auf die Mutti in der Bildmitte. Die Tiefenschärfe beträgt nur wenige Millimeter - deutlich zu erkennen, dass die hintere und vordere Figur sehr unscharf abgebildet wird. Für das zweite Bild wurde an der gleichen Position und bei gleicher Blende ein 105mm Objektiv eingesetzt. Die Perspektive blieb daher gleich, die Tiefenschärfe nahm indessen zu. Spannend war die Frage, wie sich die Vergrößerung der Zerstreuungskreise auf die Schärfe auswirkt, wenn ich das Bild auf den gleichen Bildausschnitt wie den des 150mm Bildes herausvergrößere. Immerhin stehen nun weniger Pixel für das Motiv zur Verfügung. Jetzt dürfte man durchaus annehmen, dass die stärkere Vergrößerung, die für den gleichen Bildausschnitt notwendig ist, die Unschärfe wieder in dem Maß vergrößert, dass die größeren Zerstreuungskreise den Schärfeeindruck wieder auf den des ersten Bildes reduzieren. Tun sie aber nicht, wie man den Bildern entnehmen kann. Fazit: mit einer Kamera guter Auflösung bei kürzerer Brennweite fotografiert kann unter späterer Ausschnittsvergrößerung die Tiefenschärfe bei Makroaufnahmen steigern helfen. Der Gesamtschärfeeindruck leidet darunter natürlich etwas, da Auflösung verschenkt wird. Hier muss man abwägen, was einem wichtiger ist.